Dirndl

Endlich fertig! In den letzten 3 Wochen habe ich einige komplette Tage und viele Abende damit verbracht ein Dirndl zu nähen und am Freitag dann die letzten Fäden daran vernäht. Ich kann ohne Übertreibung sagen das das das aufwendigste aber auch perfekteste Stück Handarbeit ist dass ich je gemacht habe. Ich bin wirklich stolz (-:  Das Dirndl besteht aus zwei verschieden gemusterten Baumwollstoffen die im traditionellen Blaudruckverfahren gefärbt wurden. Das dunklere das ich für den Hauptteil des Kleides verwendet habe hatte ich zu Weihnachten bekommen und dann noch etwas größer gemusterten für die Schürze und einige Details dazu bestellt. Ich bin ja kein großer Fan von Baumwolle aber diese ist toll – sie sehr dicht und fest gewebt und knittert kaum. Der Schnitt stammt aus der September Burda von 2015 und ist nur leicht modifiziert. Ich habe die Variante des Festtagsdirndls genäht, hauptsächlich wegen der längeren Ärmel. Normalerweise spare ich mir den Schritt eines Probemodells aber diesmal habe ich das Kleidoberteil vorher mit Nesselstoff getestet und die Größe 36 für leicht zu eng befunden, vor allem an der Oberweite. Ich habe darum die Seitenteile leicht ausgelassen was am Probemodell gut aussah, aber bei meinem Blaudruckstoff dann wiederum zu weit war, ich hätte also lieber alles so gelassen wie es war. Schlimm ist es aber nicht, es sitzt jetzt nicht eng wie ein Mieder sondern schmal aber nicht beengend, was für den Alltag wahrscheinlich eigentlich ganz gut ist.

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Finally finished! In the last 3 weeks I spent several full days and many evenings with making a dirndl dress and did the last finishing touches last Friday. This is without exaggeration the most complicated but also most perfect garment that I have ever made, I am so proud of it! It was made out of two slightly differently patterned pieces of traditional german cotton fabric that is called “Blaudruck”. It’s a very old dyeing technique that uses white patterns on a blue ground. I got the main fabric for the dress for christmas and bought a matching piece of fabric with a larger geometric pattern for the apron. I usually don’t like cotton that much but this one was a dream to work with – it’s tightly woven und wrinkles not very much at all. The pattern that I used  is from the September 2015 issue of Burda, with only a few little changes. I chose the festive dirndl, mostly because of the longer sleeves. I usually don’t do muslins but this time I did and size 36 was a rather tight fit so I decided to let out the side seams a bit. This worked fine for the muslin but the finished dress is a bit too large so I guess I should have just left everything as it was. Not that it is much of a problem, the dirndl fits fine and as I intend to wear this dress often I guess a more relaxed fit it anyway fine.

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Auf meinem Tumblr habe ich in den letzten Wochen schon etwas zu meiner Vorgehensweise gepostet, hier aber auch noch mal einige Erläuterungen dazu. Das Oberteil ist bis auf die Ärmel mit Baumwolle gefüttert die ich mit Bügeleinlage verstärkt habe, wodurch es sehr schon seine Form hält. Ich habe am Oberteil und an der Ausschnittkante mit Paspelband gearbeitet und mich dabei endlich mal mit einigem Erfolg auch an die Anleitung dazu gehalten statt es einfach so zu machen wie ich denke :-) Ich bin ganz froh nicht dieses glänzende Paspelband genommen zu haben was man oft in den Stoffläden sieht sondern ein mattes, auf den ersten Blick ziemlich unauffälliges das hervorragend zum Understatement des blauen Stoffes passt. Die Ärmel des Schnittes habe ich leicht geändert, schmaler zulaufen lassen und mit einem ebenfalls verstärktem Bündchen versehen, die weiteren Originalärmel sahen an mir etwas altmodisch aus, fand ich. Der Rockteil ist ganz klassisch mit Polyester gefüttert und ich habe zum ersten Mal Stiftelband für die Raffung des Rockteils an der vorderen Mitte verwendet was großen Spaß gemacht hat und toll aussieht. Fast ein bißchen schade dass dieser Teil hinter der Schürze verschwindet :-) Aber ich denke im Alltag werde ich das Kleid sowieso eher wie hier unten ohne Schürze tragen, insofern macht das nichts.

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On my tumblr I already wrote a bit about about my sewing progress but here also some further explanations. The bodice is lined with a cotton that I interface with iron-on interfacing. I used piping and this time actually read the instructions for this step instead of just doing it by instinct, which worked fine :-) I am quite happy that I didn’t use the shiny piping that you always see in fabric stores but a more subdued, matte one that looks great paired with the subtly patterned fabric. I slightly changed the sleeves, I made them more fitted and added an interfaced cuff, the original sleeves looked a bit frumpy on me. The skirt is lined with poly lining and I used so called “Stiftelband” for the first time, which is a tape that is used to create cartridge pleats on the middle part of this skirt. This was a lot of fun and looks so great! It’s almost a bit sad that the apron covers up this part of the skirt but I think I am going to wear the dress without the apron often so that does not matter that much.

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Ich habe vor kurzem meine Perlensammlung wiedergefunden und beschlossen mein Dirndl mit Perlenstickerei zu verzieren, das geometrische Muster lädt ja geradezu dazu ein. Auf dem Oberteil und entlang des Saums des Schürze sind insgesamt von Hand etwa 300 Perlen aufgenäht, eine ziemliche Fleißarbeit :-) Ich finde diese Arbeit richtig meditativ und denke das ich in Zukunft noch weitere Näharbeiten so verzieren werde. Ausprobiert habe ich hier zum ersten Mal außerdem auch eine klassische Herzrüsche, nach dieser nicht sehr hübsch bebilderten aber gut erklärten Anleitung. Ich habe dafür als Akzent den etwas größer gemusterten Stoff der Schürze genommen, ebenso wie für die Ärmelbündchen. Beide Stoffe haben übrigens den gleichen Blauton, auch wenn sie etwas unterschiedlich wirken. Ich hatte im letzten Jahr auf dem Flohmarkt eine altweiße Trachtenbluse gekauft deren eckiger Ausschnit gut zum Dirndl passt, ich denke ich der nächsten Zeit bei ebay noch einige ähnliche ersteigern. Die Bilder sind schlussendlich an diesem Wochenende bei einem Besuch des Schlosses Bensberg entstanden, bei schönstem Herbstlicht aber reichlich kühlem Wetter. Letzteres kann mir aber gerade nicht die gute Laune verderben, ich bin so glücklich über mein neues Kleid!

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I recently rediscovered my collection of small beads and decided to hand embroider my dirndl with some light grey beads. I sewed almost 300 beads to the bodice and apron and really enjoyed this process, this is something that I will do more often in the future. I also made a so called “Herzrüsche” (I think there is no english word for this, it’s basically a heart shaped trim) for the first time, using this ugly but well working tutorial. For this and also for the cuffs I used the apron fabric with it’s slightly larger pattern. Both fabrics have exactly the same color but look a bit different depending on the lightning which is nice. I paired the dirndl with an off-white dirndl blouse that I found last year on a flea market, I think I will buy some similar ones on ebay in the next time. We took these pictures during a visit to a palace near Cologne this sunday, the light was very beautiful but it was also quite cool. But the cold weather can’t darken my mood right now, I am so incredibly happy about my new dress :-)

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Strickerei // Knitting

Ich hatte schon länger damit geliebäugelt wieder mit dem Stricken zu beginnen aber war dann immer unentschlossen – noch ein zeitaufwendiges Hobby ist eigentlich nicht unbedingt was ich brauche. Aber ich mag Handarbeiten einfach doch zu gerne und hab mir darum über Weihnachten von meiner Mutter noch mal zeigen lassen wie es geht. Ich hatte als Teenager rechte Maschen stricken gelernt und ein bißchen herumprobiert, außer einem angefangenem Pullover und einem angefangenem Schal ist aber – wenn ich mich richtig erinnere – wenig draus geworden. Zu Weihnachten hatte ich mir dann ein Buch mit Stricktechniken gewünscht und mit Wollresten fleißig Techniken und Muster geübt – wie sehr das Spaß macht! Ich dachte Lochmuster und Zöpfe wären unendlich kompliziert und war sehr begeistert darüber festzustellen dass es eigentlich alles recht logisch ist und mit ein wenig Übung auch ganz gut in den Fingern steckt. Nach Weihnachten habe ich dann angefangen einen Schal und einen Pullover zu stricken. Der Pullover ist nach einem Strickmuster von Rico Strickidee gestrickt, ich habe aber fast alles verändert fast sich verändern ließ – ich habe eine Art Pikeemuster als Basis genommen und den Pullover etwas enger und kürzer gemacht. Meine Idee ein leichtes Projekt zum Einstieg auszusuchen hatte sich dadurch freilich erübrigt da ich durch die Änderungen dann doch relativ viel rechnen und überlegen musste um Ausschnitt und Raglanärmel passend hinzubekommen. Aber immerhin habe ich dabei was gelernt :-)

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Over the last months I kept thinking about wether I should pick up knitting again and was always indecisive – I really don’t need yet another time extensive hobby. But I like handiwork a lot and so I asked my mother to show me how to knit when I visited my parents over the christmas holidays. When I was a teenager I learned how to knit plain stitches and began to make a sweater and a scarf but never finished them if I remember this correctly. I got a book with knitting instructions for christmas and practiced several techniques over christmas with wool oddments and was amazed how much fun I had. I always thought that knitting lace and cables was super complicated and was thrilled to find out that it is actually quite easy to understand and learn. After christmas I started working on a sweater and a scarf. I used a pattern for the sweater but changes so many things that it is hardly the same pattern – I changed the main pattern and made the sweater shorter and slightly more fitted. This meant that this was not the easy beginners project that I had envisioned – I had to calculate and plan quite a lot to make the raglan sleeves and neck line fit. But I learned something while doing this so that was fine in the end, I guess :-)

DSC06820 DSC06809 DSC06824 Ich hatte außerdem beschlossen Zopfmuster zu üben und habe darum für den Schal ein relativ simples Zopfmuster ausgesucht (auf diesem Schnappschuss sieht man in etwa wie es aussieht und hier ist noch ein Photo von dem fertigen Schal). Einen Schal der mit einem Satinband gebunden wird will ich schon seit 15 Jahren besitzen und bin sehr froh endlich einen gestrickt zu haben. Und zusammen sehen beide Sachen auch noch gut aus! Kombiniert habe ich beides mit einem Samt-Rock von Valentino, roten Strumpfhosen von Falke und einem wunderschönen Secondhand-Mantel den ich vor kurzem in den Tiefen meines Kleiderschrankes wiedergefunden habe. Letzterer war auch bitter nötig, trotz der blühenden Schneeglöckchen war der Wind noch recht beißend :-) Die Photos sind vor zwei Wochen bei einem Spaziergang durch Bergisch-Gladbach entstanden, wir haben dort zufällig eine ziemlich verrückte Kirche an einem künstlichen See entdeckt. Über die Zeltkirche von Kippekausen ist im Internet kaum etwas zu finden, hier immerhin ein paar Bilder und Informationen. Im Abendlicht war sie eine recht surreale Bildkulisse…

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I had also decided to practice cables and therefore chose a simple cable stitch for the scarf (this snapshot shows a bit how it looks like and here is another picture of the finished scarf). I wanted to have a scarf with a satin band ever since I was 15 and I am more than happy that I finally managed to make myself one. And additionally both items look really nice together! I paired them with a vintage velvet skirt by Valentino, red Falke tights and a pretty vintage coat that I recently dug out of the depths of my wardrobe. And a coat was very needed on that afternoon, the wind was quite chilly even though we saw many blossoming snowdrops. The photographs were taken in front of a surprisingly spectacular church that is located next to an artificial lake that we found by accident when we took a walk through the nearby town of Bergisch-Gladbach. There is not much information to be found on it in the internet strangely (here is a photograph that shows it’s shape). It was quite a magnificent backdrop in the very golden evening light… DSC06818 DSC06850 Kopie DSC06825 DSC06836 DSC06855 Kopie