Federkleid // Feathering

Endlich mal wieder ein selbstgenähtes Kleid an dieser Stelle! Und glücklicherweise sogar ein gelungenes und tragbares (wenn auch recht extravagantes aber das stört mich ja nicht). Den sehr flamboyanten Stoff hatte ich im letzten Winter auf einem Straßenmarkt in Amsterdam gekauft und dann lange keine zündende Idee gehabt in Bezug auf einen passenden Schnitt. Als ich nach meinem Umzug dann Burdahefte sortierte und durchblätterte fiel mir die Märzausgabe der Burda von 2013 in die Hände, die erste Burda die ich gekauft hatte nachdem ich das Nähen wiederentdeckt hatte. Sie beinhaltete einige hübsche 50er inspirierte Schnitte, unter anderem ein Modell mit Raffungen, einem hübschen Schlüsselloch-Ausschnitt und einem kurvig verlaufenem Rockansatz der mir für den weich fallenden Stoff sehr passend schien. Nach einem Probemodell und einigen kleineren Anpassungen wollte ich mich dann an den Stoffzuschnitt machen und stand gedanklich vor einer Wand – wie muss ich die Schnittmusterteile anordnen damit das Muster symmetrisch ist oder aber am gerafften Oberteil nahtlos ineinander übergeht?  Und geht das überhaupt? Diese Art von Überlegungen verwirren mich aus irgendeinem Grund immer sehr und so gingen einige weitere Wochen des Nichtstun ins Land. Nicht gerade Nichtstun, wenn man es genau nimmt, ich verbringe immer noch viel Zeit damit meine neue Wohnung einzurichten (dazu irgendwann mehr!), aber zum Nähen hatte ich wenig Lust und Muße. Vor einigen Wochen habe ich mich dann überwunden und das Kleid an einigen Abenden ausgeschnitten (ich habe kurzerhand beschlossen das Muster weitestgehend zu ignorieren, was eine gute Entscheidung war) und genäht, da es hier aber einige Wochen nahezu dauerregnete und überdies ziemlich kalt und dunkel war mangelte es an Gelegenheit es zu photographieren… in der Summe also eine schwere Geburt, aber es hat sich gelohnt, was für ein schönes Kleid ich nun habe!

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I finally sewed a dress again! And even better, it’s a great and very wearable one (even if quite extravagant, but that does not bother me). I bought the very flamboyant fabric at a street market in Amsterdam last winter but had no idea of what to do with it for quite some time. After my move to a new city I went through my Burda magazine issues and picked up the very first issue that I bought after I started sewing again, the one of March 2013. It features some very pretty 50s inspired dresses and one in particular caught my fancy with its gathers, keyhole neckline and a pretty skirt that seemed fitting for the softly draped fabric that I had. I made a muslin and after some small changes started cutting out the fabric, only to then hit a wall – how do I match the pattern, and does that even make sense? Shall I try to make it symmetrical or match the seams? This kind of thinking usually confuses me a lot and so I put the dress aside and did nothing for a couple of weeks. Well, not exactly nothing, I did a lot of small and little things in my new flat (I will share this sometime next year I guess) but I had not much interest in sewing. A few weeks later I then finally pulled myself together and cut the fabric (not giving much thought of pattern matching which was quite a good thing to do) and sewed it together in a couple of evenings. But since it then rained almost all the time for some weeks we never had a good opportunity to take pictures so there was even more delay… every step of making this took some unexpected time but in the end it was totally worth it, I am beyond happy about my new pretty dress :-)

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Ein paar Kommentare zum Schnitt noch – die Größe 36 war am Busen etwas eng so dass ich die 38 genommen habe, wodurch nun aber die Taille wieder zu weit ist, mein übliches Problem. Nicht wirklich ein Problem allerdings, ein bißchen zu weit ist sehr viel angenehmer als ein Kleid in dem ich mich nicht frei bewegen kann und auf komplizierte Schnittanpassungen habe ich im Moment keine Lust. Auf der Rückseite wirft der Stoff rechts und links der Taille kleine Falten, das mag aber auch durch die Besonderheit des Schnittes begründet sein (das Oberteil ist hinten viel länger als vorne). Da das Muster des Stoffes so wild ist habe ich beschlossen die einzelnenTeile des Oberteils durch Paspeln zu betonen und damit die Struktur des Schnittes hervorzuheben. Besonders glücklich bin ich darüber wie das am Ausschnitt gelungen ist (der deutlich tiefer ist als ich das üblicherweise mag aber noch akzeptabel ist). Die Ärmel sind beim Schnitt eigentlich mit einem Bündchen eng am Oberarm anliegend, beim Nähen des Probemodells habe ich diesen Schritt aus Zeitgründen aber ausgelassen und mir gefiel sehr wie ausgefallen das aussah, darum hat mein Kleid nun also Fledermausärmel. Da ich etwas antizyklisch ein Frühlings-/Sommerkleid fertig genäht habe kamen Bilder im Freien nicht Frage, wir haben am letzten Sonntag also die Villa Römer, das Haus der Stadtgeschichte Leverkusens besucht und nebenher etwas über die Stadt gelernt in der ich nun wohne :-) Ich bin mir nicht sicher ob ich es dieses Jahr schaffen werden noch ein Weihnachtskleid zu nähen (so viel zu tun!) aber ich habe auf jeden Fall noch einige Photoserien in Petto die ich posten will. Und wer weiß, vielleicht reicht die Zeit ja doch… bis bald auf jeden Fall!

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A few comments about constructing the dress – my muslin was made in size 36 and was a bit tight at the bust so I chose size 38 instead which was then too big in the waist, my usual struggles. Not really a problem though, I much prefer a slightly too large dress to an uncomfortably tight one and I am currently not in mood for complicated pattern modifications anyway. There is a little fold left and right of the waist on the back bodice as a result but that may also be caused by the pattern itself (the back bodice is much longer than the front bodice). Since the fabric of the pattern is so busy I decided to use piping to emphasize the bodice pieces and I am particularly happy how well that worked at the keyhole neck (the neck line is rather lower than I usually prefer but still acceptable). In the original pattern the sleeves are gathered with a cuff but I omitted this step when I made the muslin and liked the resulting batwing sleeves so much that I just kept them. Since I now ended up with having a new spring/summer dress at the beginning of winter an  outdoor photo shooting was out of question so we decided to take pictures at the historical museum of Leverkusen (which had the added and welcome side effect of being able to learn some things about the town that I live in :-) I am not quite sure if I will have enough time to make a christmas dress for myself this year (there is so much do to right now!) but I still have some past photoshoots that I will post in December. And who knows, maybe time will permit some more sewing after all… see you soon, in any way!

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Oh, und zum Schluss noch zwei kleine Bemerkungen zu den Photos – das Gemälde hinter mir auf dem zweiten Bild ganz oben zeigt keinen Brand oder eine Kriegszene sondern eine Stahlhütte… und auf dem seltsamen Bild in der Mitte versuche ich herauszufinden wer der Erbauer des sehr hübschen Klaviers ist :-) 

Oh, and lastly two notes about the pictures – the second photo at the beginning shows a steel mill, not a fire or battle field… and I am tying to figure out who the manufacturer of the piano was on the weird one in the middle :-)

Frühsommer // Early summer

Der Mai hat uns bislang zwei wunderbare warme Sommerwochen geschenkt die mich erneut darin bestätigt haben dass ich eigentlich für ein südlicheres Klima gemacht bin – wie glücklich mich Wärme macht! Nun ist es wieder kalt aber immerhin habe ich die Zeit genutzt und sogar mein erstes Sommerensemble in Form eines Rockes und einer Bluse genäht. Beide Schnitte sind aus dem kürzlich erschienen Vintage Heft des holländischen Knip Magazins und ich bin wie bei meinem letzten Knip Schnitt begeistert von der Passform und Qualität der Schnitte. Ich habe bei Rock und Bluse eine 36 gewählt und absolut nichts daran geändert (der Bund des Rockes könnte etwas enger sein vielleicht aber für den Sommer ist ein etwas lockerer Sitz ja eigentlich angenehmer). Wenn ich überlege wie sehr ich mich in der letzten Zeit damit abgemüht habe zwei Burda- und einen Butterick Schnitt einigermaßen an meine Figur anzupassen bin ich wirklich erstaunt dass es auch so viel einfacher gehen kann… Oft sind mir die Knip Schnitte ein bißchen zu konservativ aber wenn sich das mit der Passform weiterhin als so günstig erweisen sollte muss ich wohl zukünftig öfter darauf zurückgreifen. Das Magazin gibt es ja mittlerweile auch auf Deutsch aber ich hatte mir die niederländische Ausgabe in Belgien gekauft, was aber auch kein Problem war. Niederländisch kann ich lesend ganz gut verstehen aber die recht spezifischen Nähbegriffe nachzuschlagen dauerte mir zu lange und so habe ich beides einfach ohne Anleitung genäht. Ich bin ganz stolz wie gut das ging –  lediglich die Raglanärmel der Bluse haben mich ins Grübeln gebracht aber auch das ließ sich schließlich ohne Anleitung lösen :-)

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May was very kind so far and blessed us with two wonderfully warm weeks that once again confirmed that I am made for a southern climate – warmth makes me so happy! Now it’s cold once again but I made use of the sunshine and even sewed my first summer outfit of the season. I made a skirt and a blouse from the recently published vintage issue of the dutch sewing magazine knip and once again I am really smitten with the fit and quality of both patterns. I made up a size 36 and changed nothing and could not be happier with the fit (the skirts waist could be slightly smaller but a more relaxed waistband is more wearable when it’s hot anyway so that’s fine). I recently spent so much time making two Burda patterns and one Butterick pattern fit my measurements and it was very refreshing to have such an instant success with this one, to say the least… Knip patterns are often a bit too conservative for my liking but if their fit is this good I will probably bite the bullet and work with them more often. Knip started publishing a German-language issue some time ago but I bought my copy in Belgium some time ago and worked with it. I can read Dutch quite well but was too impatient to look up all the sewing related terms and so I just worked without instructions and I am happy with how well that went – it took me some time to figure out the raglan sleeves of the blouse but everything else just pieced together without any problems.

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Die Bluse ist aus einer mit Punkten bestickten Baumwolle genäht und mit Vintage Knöpfen vom Flohmarkt versehen. Der Rock aus einem Poly-Woll Mix mit einer hübschen Webstruktur, gefüttert ist er mit einem Rest Futterstoff den ich beim Aufräumen gefunden habe. Er ist mehr als ein Tellerrock weit und ich habe dementsprechend etwa zweieinhalb Stunden damit verbracht die mehr als fünf Meter Saum von Hand zu versäubern, nur um dann am nächsten Morgen festzustellen dass es unordentlich aussah. Der Stoff knittert nur wenig, hat aber die Tendenz sich beim Bügeln etwas zu verziehen und der Saum wollte sich beim besten Willen nicht glatt bügeln lassen. Ich habe darum alles noch mal aufgetrennt und mit einem sehr dünnen Zickzack Stick nahe der Kante versehen und war sehr erleichtert wie gut und professionell das aussah.

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The blouse is made of a embroidered cotton and adorned with vintage buttons that I recently bought on a flea market. The skirt is made of a poly-wool mix that has a nice woven structure, I lined it with a piece of lining fabric that I found when I cleaned up my sewing supplies some time ago. The skirt is very full (more than a circle skirt) and it took me more than 2 hours to hem all 5 meters of hem by hand. On the next morning I discovered how untidy it looked – the fabric wrinkles only very little but goes a little bit out of shape when ironed and it was impossible to iron the seam into submission. I undid the hem and used a very narrow zig zag stitch close to the hem instead and was very relieved to see how neat that looked.

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Am letzten Wochenende habe ich beides zum ersten Mal ausgeführt als wir haben einen Ausflug in das bezaubernde Städtchen Lindlar gemacht haben. Ich habe Rock und Bluse mit weißen halterlosen Strümpfen, einem neuen Paar Schuhe und einer Sonnenbrille von Le Specs kombiniert. In Lindlar haben wir einen Trödel und Antikmarkt besucht und in einem kleinen Antiquitätenladen einen unfassbare, über und über mit Federn dekorierte Handtasche gefunden die zufällig perfekt zu meinem Outfit passte. Gefunden habe ich außerdem ein tolles Stück Stoff, einen Spitzenkragen aus dem 19. Jahrhundert und einen Plüschkoala von Steiff. Zum Abschluss des Tages haben wir noch einen Spaziergang im Schlosspark des Lindlarer Schlösschens gemacht und einen einen Regenbogen und fantastische Blüten gesehen, sowie mit einem sehr netten Pudel und seiner Besitzerin Bekanntschaft gemacht, einer freundlichen älteren Dame die uns etwas zur Geschichte des Ortes und des Schlosses erzählt hat. In der Summe also ein unglaublicher, glücklicher Tag – danke Mai!

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We took a fantastic little trip last weekend to the charming city of Lindlar. I paired my new skirt and blouse white hold-ups, a new pair of shoes and sunglasses by Le Specs. In Lindlar we went to an antique and flea market and a found this incredible vintage handbag at an antique shop – it is decorated over and over with feathers and suited my outfit perfectly. I also bought a beautiful piece of fabric, a lace collar from the 19th century and an old plush koala by the famous german toy manufacturer Steiff. After that we went to a nearby castle and made a walk in the surrounding park, we saw a rainbow and fantastic blossoms, met a darling poodle and his very kind owner, an elderly woman who told us stories about the town’s past. Overall it was an incredibly happy day – thank you, May!

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