Zeitreise // Time travel

Am letzten Wochenende habe ich einen unerwarteten Ausflug in die 50er gemacht. Wir haben in der Bundeskunsthalle in Bonn eine Ausstellung besucht und im Anschluss blieb noch etwas Zeit für Photos. Draußen war wunderschönes Abendlicht aber auch ein sehr kalter Wind, deswegen haben wir uns entschlossen noch einen kleinen Abstecher in das Haus der Geschichte zu machen, das sich mit seinem schicken, kühl designten Entree gut als Hintergrund eignet. Über ein großes Treppenhaus schließlich oben angekommen fragte ich mich was wir nun machen sollten, ich war nicht wirklich begeistert von der Idee noch eine zweite Ausstellung zu sehen, aber mein Freund führte mich flugs rückwärts von den 90ern im obersten Stock zurück in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts auf der mittleren Ebene inklusive nachgebauter italienischer Eisdiele, ein perfektes Setting um mein 50er inspiriertes Outfit zu photographieren :-) Der Rock stammt tatsächlich aus den 50ern und ist ein Fundstück aus Brüssel, ich war sofort in das aquarellig getupfte Muster verliebt. Er bedurfte allerdings einiger Handarbeit – den auseinanderfallenden Saum habe ich neu genäht und auch den Bund komplett abgenommen und mit Bügeleinlage verstärkt da er viel zu weich war. Kombiniert habe ich ihn mit einer zartrosafarbenen Seidebluse mit Lochstickerei und einer sehr kuscheligen Mohairstrickjacke. Ich hatte im Herbst an einem kühlen Tag in Brüssel einige davon bei Episode gekauft und sie seitdem oft getragen. Mir ist vor kurzem aufgefallen, dass mich meine Kollegen besonders gerne tätscheln oder umarmen wenn ich sie zur Arbeit trage (wir arbeiten nicht nur zusammen sondern sind auch Freunde :-). Vor einer Weile habe ich entdeckt dass DM jetzt Produkte des amerikanischen Kosmetikherstellers NYX anbietet und seitdem ist meine Vorliebe für Lippenstifte wieder entflammt. Ich habe ein bißchen mit Farben experimentiert und dabei entdeckt, wie gut mir unter anderem ein eher dunkles Braun-Rot steht. Die Farbe selbst ist auf den Lippen relativ trocken aber das gleicht eine Schicht Elizabeth Arden 8 Hour Cream darüber wieder aus. Ich freue mich sehr über diese Entdeckung und überhaupt darüber, gerade wieder durch Youtube und andere Quellen einige neue Makeup Tricks zu lernen. Hoffentlich hält diese Welle noch ein bißchen an, ich finde toll im Moment so viele ausgefallene Looks zu sehen! Ich werde morgen zu meinen Eltern fahren und dann erst mal eine Woche möglichst wenig machen bevor ich mich im neuen Jahr wieder melde – bis dahin frohe Weihnachten allen!

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Last weekend I took an unexpected trip to the 50s. I visited an exhibition at the Bundeskunsthalle in Bonn and after that there was some time left for taking pictures. The sunset on that day was very beautiful but it was bitterly cold outside and so we decided to make a little detour to the Haus der Geschichte that is close by (it’s a museum about german history after 1945). It has a pretty, sleekly designed entree that is a nice backdrop for pictures. We took some photos and followed the staircase up to the uppermost floor and I wondered what we should do then, since I was not much in the mood of visiting another exhibition. My boyfriend had a plan in mind though and quickly led me to the middle floor that covers the 1950s and shows a lot of items and sources from that period, including a recreated italian ice cream parlor. Quite a nice background for taking photographs of my very mid-century inspired outfit! The skirt is actually from the 50s, I had bought it in Brussels last summer, I immediately fell in love with the pattern of the fabric. It needed some hand sewing and love though – the seam was falling apart and needed to be redone and I also unpicked the waistband and reinforced it with iron on interfacing because it was much too weak. On this day I paired it with a pale pink silkblouse that features pretty broderie anglaise as well as a vintage mohair cardigan. I bought a few of these in Brussels on a cold autumn day and have really liked wearing them ever since. I recently noticed that my colleagues like to touch or hug me whenever I am wearing one of the cardigans which is so funny (we are not just colleagues but friends, by the way :-). Recently I discovered that the german drugstore DM started selling NYX products and this kindled my interest in lipsticks. I tried out a lot of new to me colors and discovered that darkish brown-reds really suit my fair skin a lot. The lipstick is kind or dry on my lips but a layer of Elizabeth Ardens 8 Hour Cream counterbalances this nicely. I am really happy with this discovery and in general about learning new makeup tricks on Youtube etc. I really hope that this new wave of makeup enthusiasm (not just mine, more in general) will not fade away anytime soon because I am in love with all the unusual looks and makeup artists that I discovered in the past months. Tomorrow I will travel to my parents home and plan to completely relax and to recover some energy before I will return to Leverkusen/Cologne in the new year – in the meantime I wish you all a merry christmas!dsc00896-kopiedsc00868dsc00870-kopiedsc00900-kopiedsc00907dsc00904-kopiedsc00915dsc00930

Federkleid // Feathering

Endlich mal wieder ein selbstgenähtes Kleid an dieser Stelle! Und glücklicherweise sogar ein gelungenes und tragbares (wenn auch recht extravagantes aber das stört mich ja nicht). Den sehr flamboyanten Stoff hatte ich im letzten Winter auf einem Straßenmarkt in Amsterdam gekauft und dann lange keine zündende Idee gehabt in Bezug auf einen passenden Schnitt. Als ich nach meinem Umzug dann Burdahefte sortierte und durchblätterte fiel mir die Märzausgabe der Burda von 2013 in die Hände, die erste Burda die ich gekauft hatte nachdem ich das Nähen wiederentdeckt hatte. Sie beinhaltete einige hübsche 50er inspirierte Schnitte, unter anderem ein Modell mit Raffungen, einem hübschen Schlüsselloch-Ausschnitt und einem kurvig verlaufenem Rockansatz der mir für den weich fallenden Stoff sehr passend schien. Nach einem Probemodell und einigen kleineren Anpassungen wollte ich mich dann an den Stoffzuschnitt machen und stand gedanklich vor einer Wand – wie muss ich die Schnittmusterteile anordnen damit das Muster symmetrisch ist oder aber am gerafften Oberteil nahtlos ineinander übergeht?  Und geht das überhaupt? Diese Art von Überlegungen verwirren mich aus irgendeinem Grund immer sehr und so gingen einige weitere Wochen des Nichtstun ins Land. Nicht gerade Nichtstun, wenn man es genau nimmt, ich verbringe immer noch viel Zeit damit meine neue Wohnung einzurichten (dazu irgendwann mehr!), aber zum Nähen hatte ich wenig Lust und Muße. Vor einigen Wochen habe ich mich dann überwunden und das Kleid an einigen Abenden ausgeschnitten (ich habe kurzerhand beschlossen das Muster weitestgehend zu ignorieren, was eine gute Entscheidung war) und genäht, da es hier aber einige Wochen nahezu dauerregnete und überdies ziemlich kalt und dunkel war mangelte es an Gelegenheit es zu photographieren… in der Summe also eine schwere Geburt, aber es hat sich gelohnt, was für ein schönes Kleid ich nun habe!

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I finally sewed a dress again! And even better, it’s a great and very wearable one (even if quite extravagant, but that does not bother me). I bought the very flamboyant fabric at a street market in Amsterdam last winter but had no idea of what to do with it for quite some time. After my move to a new city I went through my Burda magazine issues and picked up the very first issue that I bought after I started sewing again, the one of March 2013. It features some very pretty 50s inspired dresses and one in particular caught my fancy with its gathers, keyhole neckline and a pretty skirt that seemed fitting for the softly draped fabric that I had. I made a muslin and after some small changes started cutting out the fabric, only to then hit a wall – how do I match the pattern, and does that even make sense? Shall I try to make it symmetrical or match the seams? This kind of thinking usually confuses me a lot and so I put the dress aside and did nothing for a couple of weeks. Well, not exactly nothing, I did a lot of small and little things in my new flat (I will share this sometime next year I guess) but I had not much interest in sewing. A few weeks later I then finally pulled myself together and cut the fabric (not giving much thought of pattern matching which was quite a good thing to do) and sewed it together in a couple of evenings. But since it then rained almost all the time for some weeks we never had a good opportunity to take pictures so there was even more delay… every step of making this took some unexpected time but in the end it was totally worth it, I am beyond happy about my new pretty dress :-)

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Ein paar Kommentare zum Schnitt noch – die Größe 36 war am Busen etwas eng so dass ich die 38 genommen habe, wodurch nun aber die Taille wieder zu weit ist, mein übliches Problem. Nicht wirklich ein Problem allerdings, ein bißchen zu weit ist sehr viel angenehmer als ein Kleid in dem ich mich nicht frei bewegen kann und auf komplizierte Schnittanpassungen habe ich im Moment keine Lust. Auf der Rückseite wirft der Stoff rechts und links der Taille kleine Falten, das mag aber auch durch die Besonderheit des Schnittes begründet sein (das Oberteil ist hinten viel länger als vorne). Da das Muster des Stoffes so wild ist habe ich beschlossen die einzelnenTeile des Oberteils durch Paspeln zu betonen und damit die Struktur des Schnittes hervorzuheben. Besonders glücklich bin ich darüber wie das am Ausschnitt gelungen ist (der deutlich tiefer ist als ich das üblicherweise mag aber noch akzeptabel ist). Die Ärmel sind beim Schnitt eigentlich mit einem Bündchen eng am Oberarm anliegend, beim Nähen des Probemodells habe ich diesen Schritt aus Zeitgründen aber ausgelassen und mir gefiel sehr wie ausgefallen das aussah, darum hat mein Kleid nun also Fledermausärmel. Da ich etwas antizyklisch ein Frühlings-/Sommerkleid fertig genäht habe kamen Bilder im Freien nicht Frage, wir haben am letzten Sonntag also die Villa Römer, das Haus der Stadtgeschichte Leverkusens besucht und nebenher etwas über die Stadt gelernt in der ich nun wohne :-) Ich bin mir nicht sicher ob ich es dieses Jahr schaffen werden noch ein Weihnachtskleid zu nähen (so viel zu tun!) aber ich habe auf jeden Fall noch einige Photoserien in Petto die ich posten will. Und wer weiß, vielleicht reicht die Zeit ja doch… bis bald auf jeden Fall!

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A few comments about constructing the dress – my muslin was made in size 36 and was a bit tight at the bust so I chose size 38 instead which was then too big in the waist, my usual struggles. Not really a problem though, I much prefer a slightly too large dress to an uncomfortably tight one and I am currently not in mood for complicated pattern modifications anyway. There is a little fold left and right of the waist on the back bodice as a result but that may also be caused by the pattern itself (the back bodice is much longer than the front bodice). Since the fabric of the pattern is so busy I decided to use piping to emphasize the bodice pieces and I am particularly happy how well that worked at the keyhole neck (the neck line is rather lower than I usually prefer but still acceptable). In the original pattern the sleeves are gathered with a cuff but I omitted this step when I made the muslin and liked the resulting batwing sleeves so much that I just kept them. Since I now ended up with having a new spring/summer dress at the beginning of winter an  outdoor photo shooting was out of question so we decided to take pictures at the historical museum of Leverkusen (which had the added and welcome side effect of being able to learn some things about the town that I live in :-) I am not quite sure if I will have enough time to make a christmas dress for myself this year (there is so much do to right now!) but I still have some past photoshoots that I will post in December. And who knows, maybe time will permit some more sewing after all… see you soon, in any way!

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Oh, und zum Schluss noch zwei kleine Bemerkungen zu den Photos – das Gemälde hinter mir auf dem zweiten Bild ganz oben zeigt keinen Brand oder eine Kriegszene sondern eine Stahlhütte… und auf dem seltsamen Bild in der Mitte versuche ich herauszufinden wer der Erbauer des sehr hübschen Klaviers ist :-) 

Oh, and lastly two notes about the pictures – the second photo at the beginning shows a steel mill, not a fire or battle field… and I am tying to figure out who the manufacturer of the piano was on the weird one in the middle :-)